Tipps – Keime und Sprossen

Frische Sprossen

Unser aktuelles Rezept, das Essenerbrot, wird mit Dinkelsprossen gemacht, anstatt für die Zubereitung Dinkelmehl zu verwenden. Auch sonst ist bekannt, dass Keime und Sprossen sehr gesund sind und dass man sie einfach zu Hause keimen lassen kann. Damit ihr das hinbekommt, haben wir euch ein paar nützliche Informationen und Tipps zusammen gestellt.

Was ist das Besondere an Keimen und Sprossen?

Sprossen gelten als äußerst gesund. Sie enthalten viel mehr Mineralstoffe und Vitamine als die eigentlichen Samen, die wir dazu oft gar nicht roh essen können, wie z.B. viele Hülsenfrüchte. Die wohl bekanntesten Sprossen der Mungobohne, die bei uns als Sojabohnensprosse verkauft werden, enthalten viel Vitamin A und E, Vitamine der B-Gruppe. Dazu kommen Magnesium, Calcium Eisen, Phosphor und Kalium. Ein weiterer, unschätzbarer, Vorteil ist, dass wir uns diese Vitamine und Mineralien, auch im Herbst und Winter, frisch selbst züchten können und wir dazu auch nicht lange brauchen.

Was kann ich Keimen lassen?

Wichtig ist erst einmal, dass das Keimgut nicht geschält ist. Ich nehm immer Bioqualität, auch wenn die etwas teurer ist, denn der Ertrag ist reichlich und man benötigt ja auch nicht viele Sprossen, da Mineralien und Vitamine in Sprossen in hohen Konzentrationen vorhanden sind. Eine kleine Auswahl, was ihr alles Keimen lassen könnt: Weizen, Roggen, Dinkel, Buchweizen, Quinoa, Hirse, Amarant, Leinsamen, Kresse, Sesam, Linsen, Erbsen, Kichererbsen, Mais, Mungobohnen, Sonnenblumenkerne und noch vieles mehr.

Was passiert beim Keimen?

Beim Keimen vollziehen sich Umwandlungsprozesse. Langkettige Moleküle, z. B. von Speicherstoffen, wie Stärke, werden in Kurzkettige Bausteine zerlegt. Diese sind für unseren Körper leichter zu verstoffwechseln. Die Enzyme im Korn werden aktiviert und Hemmstoffe abgebaut. Ganz einfach gesagt: Der Gehalt an Vitalstoffen steigt erheblich an.


Brauche ich teure Utensilien zum Keimen?

Für Körner, Linsen, Erbsen, usw. nicht, da reicht auch ein Gurkenglas oder Einmachglas und ein Sieb. Bei Quinoa, Amarant und anderen kleinen Samen empfehle ich eine speziell dafür konzipierte Keimbox. Diese bekommt ihr im Reformhaus, Bioladen, im Gartencenter und manchmal auch im Drogeriemarkt. So eine Box empfiehlt sich auch bei Keimgut wie Leinsamen oder Kresse, da diese beim Befeuchten einen Schleim absondern. Das kommt in einem Glas nicht so gut.

Wie beginne ich das Keimen?

Ganz am Anfang wascht ihr euer Keimgut einmal gründlich aus. Dann gebt ihr es in ein Glas und befüllt dieses mit Wasser. Lasst das Keimgut 4 – 8 Stunden einweichen. In der Einweichzeit bitte das Wasser zwei- bis dreimal wechseln.

Das Keimen

Nach dem Einweichen spült ihr das Keimgut noch einmal und lasst sie dann 10 Minuten Kopfüber über einem Sieb abtropfen und stellt das Glas danach aufrecht hin. Ich decke sie mit einem Zellstofftuch ab, damit kein Dreck oder Fliegen dran kommen. Wenn ihr ein gekauftes Keimglas habt könnt ihr es Kopfüber stehen lassen, wie ihr es im Bild sehen könnt. Das Glas gehört an einen hellen, kuschelig warmen, Platz ohne Sonneneinstrahlung (optimal sind 18 – 20 Grad). Empfohlen wird die Gläser alle vier Stunden zu schütteln und kurz durch zu spülen. Wenn ihr berufstätig seid, reicht meiner Meinung nach auch morgens und abends. Dann müsst ihr allerdings ein bisschen gründlicher spülen.

Wie lange dauert das Keimen?

Das ist je nach Keimgut unterschiedlich. Weizen und Roggen brauchen z. B. 36 – 40 Stunden und Dinkel 60 Stunden. Faustregel ist hier: Fertig ist die Keimung, wenn die ersten Wurzeln sichtbar sind und diese maximal so lang sind wie das Korn. Mit der Dauer des Keimens verändert sich oftmals der Geschmack. Sesam wird z.B. nach drei Tagen bitter. Am besten vorher mal naschen, dann wisst ihr was ich meine. Grüne Spitzen sollten nicht zu sehen sein, denn dann sind es keine Sprossen mehr. Wenn ihr Weizengras haben wollt nehmt ihr in diesem Stadium euren Weizen und gebt ihn in ein Schale. Ich mache immer etwas Watte unten hinein. Jetzt braucht ihr den Weizen nur noch regelmäßig gießen und nach einiger Zeit habt ihr herrlich frisches und gesundes Weizengras.

Ganz wichtig: Hygiene!
  • Bitte wascht euch immer, bevor ihr mit den Sprossen arbeitet, gründlich die Hände.
  • Bevor ihr neues Keimgut in euer Glas füllt, reinigt es gründlichst.
  • Unten im Glas darf auf gar keinen Fall Wasser stehen, denn dann vermodert euer Keimgut und wird ungenießbar.
  • Wenn euer Keimgut unangenehm riecht ist es verdorben. Es darf dann auf gar keinen Fall mehr verzehrt werden.
  • Unverdorbenes Keimgut riecht immer angenehm, frisch oder aromatisch.
Fazit

Keime und Sprossen sind wohlschmeckend, gesund und sie enthalten viele Mineralien und Vitamine. Die eigene Anzucht ist einfach und verlangt nicht viel Aufwand. Zur Aufzucht reichen einfache Gläser und auch wenn ihr Bio-Keimgut verwendet ist im Hinblick auf den Ertrag, den man erhält, sehr günstig. Dazu kommt, dass ihr pro Tag gar nicht viele Sprossen essen müsst, um euren Mineralstoff- und Vitaminhaushalt sinnvoll zu ergänzen.

Ein letzter Tipp:

Ihr könnt die fertigen Keime auch miteinander mischen, so habt ihr immer ein neues Geschmackserlebnis. Besonders lecker finde ich z. B. die Mischung zwischen Mungobohnen und Sonnenblumenkernen. Außerdem eignen sich Sprossen hervorragend als Beigabe zu Salaten.

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