Cadmium in Nahrungsmitteln

Umweltverschmutzung

In der letzten Woche haben wir das Rezept für ein veganes Low Carb Rohkost Brot online gestellt, welches wir gern und auch häufig essen. Neben vielen positiven Kommentaren und Mails, erhielten wir auch den Hinweis, dass die Zutaten sehr viel Cadmium enthalten und man das Brot deshalb nicht allzu oft essen sollte. Das hat uns natürlich keine Ruhe gelassen und deshalb habe ich in den letzten Tagen recherchiert was es damit auf sich hat.

Wie gelangt Cadmium in unseren Organismus?

Das giftige Schwermetall Cadmium, kommt in kleinen Mengen, ganz natürlich, auf Grund von Vulkanismus und Gesteinserosion im Boden vor. Darüber hinaus entsteht es in der chemischen Industrie als Nebenprodukt der Blei-, Zink- und Kupfergewinnung und gelangt in Luft und Boden. In Düngemitteln ist ebenfalls sehr oft Cadmium enthalten. Über die Landwirtschaft gelangt das giftige Schwermetall dann in unseren Nahrung.

Deshalb wird der Hauptteil des Cadmiums, welches wir im Laufe unseres Lebens aufnehmen, dem Organismus über unsere Ernährung zugeführt. Bei Rauchern und Passivrauchern kommt noch eine große Menge des Schwermetalls durch den Cadmiumgehalt in Tabakblättern hinzu.

Lebensmittel, in denen überdurchschnittlich viel Cadmium enthalten ist, sind z.B. Innereien, Meeresfrüchte, Ölsaaten, Kakaobohnen, Wildpilze, Nüsse, Getreide, Algen und einige Gemüsearten. Entscheidend für die Aufnahme an Cadmium sind aber die Mengen, die wir von den jeweiligen Lebensmitteln verzehren. Deshalb nehmen wir die größten Mengen an Cadmium über Getreide und Gemüse auf. Veganer und Vegetarier sind hiervon stärker betroffen, das sie mehr von diesen Lebensmitteln essen, als der Rest der Bevölkerung.

Das Schwermetall wirkt in erster Linie toxisch auf die Nieren. Bei einer Konzentration von mehr als 200 mg/kg in der Nierenrinde muss mit Nierenschäden gerechnet werden. Außerdem kann es den Knochen Mineralien entziehen und so auch zu einer Osteoporose führen. Es ist von der Internationalen Agentur für Krebsforschung als krebserregend für den Menschen eingestuft worden.

Besonders problematisch wird dies dadurch, dass unser Körper das Metall in Leber, Nieren oder in der Muskulatur anreichert, wo es über mehrere Jahrzehnte gespeichert werden kann. Die Halbwertszeit liegt dabei zwischen 10 und 35 Jahren. Deshalb steigt die Cadmium Konzentration von der Geburt an stetig an und sinkt normalerweise erst ab einem Alter von 50-60 Jahren wieder.

Ab wann wird Cadmium gefährlich?

Auf Grund dieser gesundheitsgefährdenden Eigenschaften, hat die EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) bereits im Jahr 2009 den Höchstwert für die tolerierbare wöchentliche Aufnahmemenge von Cadmium auf 2,5 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht (µg/kg Körpergewicht) gesenkt. Dieser Wert gibt die Aufnahmemenge, pro Woche, an bei der keine nachteiligen Auswirkungen erwartet werden.

Die EFSA geht davon aus, dass die durchschnittliche Bevölkerung in Europa ungefähr so viel Cadmium pro Woche aufnimmt. Bei einigen Bevölkerungsgruppen, wie zum Beispiel bei Vegetariern, Veganern, Kindern, Rauchern und Menschen, die in hoch belasteten Gebieten leben, kann dieser Wert aber deutlich überschritten werden.

Ganz wichtig ist es, dafür zu sorgen dass der Eisen-, Zink- und Calciumhaushalt im Körper in Ordnung ist, da diese Mineralstoffe die Aufnahme von Cadmium verringern. Ein Mangel erhöht dagegen die Aufnahme.


Außerdem ist es gut zu wissen, wie viel Cadmium in einzelnen Lebensmitteln enthalten ist. Hierzu habe ich am Ende dieses Artikels einige Links zu Angeboten aufgelistet, bei denen ihr entsprechende Informationen erhaltet.

Dort habe ich z.B. erfahren, dass es für Leinsamen in den vergangenen Jahren eine erfreuliche Entwicklung gibt. Seit 1999 hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit einen deutlichen Rückgang des Cadmiumgehalts in Leinsamen ermittelt. Der Mittelwert an Cadmium lag 1999 noch bei 0,34 mg/kg, im Jahr 2013 wurde ein Mittelwert von 0,18 mg/kg festgestellt. Damit hat sich der durchschnittliche Gehalt an Cadmium in Leinsaat nahezu halbiert.

Weniger Cadmium in Bio Produkten

Allgemein gilt, dass in Bio Produkten weniger Cadmium enthalten ist, da in der Bio Produktion keine cadmiumhaltigen Düngemittel oder Klärschlamm zur Düngung eingesetzt werden. Wir haben außerdem mit mehreren Anbietern von Bioprodukten telefoniert und dort die Information erhalten, dass bei der Lebensmittelproduktion darauf geachtet werde, Anbau auf möglichst wenig belasteten Böden zu betreiben. Dies sei im Prinzip die beste Möglichkeit den Cadmiumgehalt in diesen Lebensmitteln zu senken.

Leider lässt sich nicht vermeiden, dass wir über unsere Nahrung Schadstoffe, wie z.B. Cadmium, aufnehmen. Wir haben jedoch die Möglichkeit, die Zufuhr zu begrenzen indem wir darauf achten was wir essen und möglichst unbelastete Produkte kaufen. Außerdem können wir mit einem gesunden Mineralstoffhaushalt dafür sorgen, dass unser Körper möglichst wenig Schadstoffe aufnimmt.

Zudem sollten wir bei jedem Lebensmittel die gesundheitsfördernden Aspekte mit den möglichen Langzeitschäden abzuwägen. Da vegane und vegetarische Ernährung erhebliche Vorteile für die Gesundheit mit sich bringen, gibt es für Veganer und Vegetarier, meiner Ansicht nach, überhaupt keinen Grund in Panik zu verfallen.

Für unser veganes Low Carb Rohkost Brot bedeutet dies, dass wir wie gehabt, ausschließlich Bio Produkte verwenden und darauf achten, es nicht zu oft und in zu großen Mengen zu verzehren. Außerdem haben wir die Sonnenblumenkerne, in einer weiteren Variante, durch eingeweichte Mandeln ersetzt. Diese haben im Mittelwert nur einen Cadmiumgehalt von ca. 0,02 mg/kg, die Sonnenblumenkerne enthalten dagegen im Mittelwert 0,39 mg/kg.

Es ist schon sehr frustrierend, dass auch richtig gesunde Lebensmittel, teilweise stark mit Giftstoffen belastet sind. Allerdings ist es möglich, die Zufuhr von Schadstoffen erheblich zu mindern. Wir hoffen, dass die Informationen die wir hier zusammen getragen haben, euch dabei helfen.

Quellen

BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) – Website

BVL (Hier findet ihr die Berichte über Schadstoffe in Lebensmitteln)
Berichte zum Lebensmittel Monitoring

EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) – Website

EFSA – Pressemitteilung zu Cadmium

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