EHEC – Und was nun ?

Hygiene gegen EHEC

Seit dem Auftreten eines neuen EHEC-Erregers und der daraus resultierenden Erkrankungswelle ist nun einige Zeit vergangen. Die Krankheit ist nahezu aus der Presse verschwunden und es scheint nun wieder alles in Ordnung zu sein. Geändert hat sich jedoch eigentlich nichts. Den gefährlichen Erreger gibt es immer noch und auch wenn es sicher zu sein scheint, dass er dieses Mal in ägyptischem Bockshornsamen enthalten war, ist es unwahrscheinlich dass er nicht irgendwann wieder auftaucht.

Auf Rohkost verzichten? Nicht wirklich!

Nachdem am Anfang der Infektionswelle gleich Rohkost als Träger des Erregers in Verdacht geraten war, haben wir uns gefragt ob man Rohkost überhaupt noch mit einem guten Gefühl essen kann oder das Risiko einfach zu groß ist. Wie viele andere auch haben wir uns erst einmal an die Empfehlungen gehalten. Also keine Tomaten, Gurken oder anderes böses rohes Gemüse. Glücklich hat uns das nicht gemacht. Es mag ja Leute geben, die ihren Salat gekocht genießen oder sogar wie Johann Lafer frittieren aber unseren Geschmack trifft das nicht. Nach zwei Wochen EHEC-Panik haben wir für uns entschieden „Schluss mit den Sorgen, Information muss her!“

Also haben wir uns informiert. Bei Firmen, Krankenkassen und Ärzten angerufen. Wir haben unsere gesammelten Information für uns bewertet und entschieden, mit kleinen Hilfsmitteln, werden wir weiterhin und auch bei einer weiteren Krise unsere Rohkost genießen. Was für für uns geändert haben möchten wir euch natürlich nicht vorenthalten.

Hygiene gegen EHEC

1. In unseren Kühlschrank kommt generell kein ungewaschenes Obst oder Gemüse mehr. Wir haben im Übrigen festgestellt, dass sich die Haltbarkeit unserer Rohkost erheblich verlängert hat und es bis jetzt auch keinen Schimmelbefall mehr gegeben hat.

2. Der EHEC Ereger klebt sozusagen am Obst und Gemüse. Mit normalem Wasser ist er schlecht abzuwaschen. Mit heißem Wasser geht es natürlich, aber auch das ist nicht zuverlässig. Wer einmal einen fettigen Teller nur mit heißem Wasser reinigen wollte, weiß wovon wir sprechen. Mal abgesehen davon, dass ich den Salat ja dann auch gleich kochen kann. Gleich von mehreren Seiten bekamen wir die Empfehlung unser Obst und Gemüse mit Seife zu waschen, damit würde sich der Erreger abwaschen.

Mit Seife? Ja es stimmt tatsächlich, das scheint ein altes Hausmittel zu sein. Wer ein wenig recherchiert erfährt relativ schnell, dass schon in früheren Zeiten Seife zum reinigen für Obst und Gemüse benutzt wurde. Ist ja interessant! Und welche Seife meinen die? Gemeint ist ganz normale Kernseife. Sie darf kein Parfüm oder sonstige Zusätze enthalten. Ich möchte hier keine Werbung machen, wer aber in den gängigen Drogeriemärkten schaut wird schnell fündig. Wir haben übrigens zu EHEC-Panik-Zeiten das letzte Paket bekommen. Die Verkäuferin war ganz überrascht. Wir sind wohl nicht die einzigen, die sich informieren.

3. Zum Obst und Gemüse waschen haben wir uns eine kleine Bürste besorgt. Sie ist ganz weich und eigentlich für das Gesicht gedacht. Selbst Tomaten könnt ihr damit abbürsten und sie bleiben ganz. Also einfach Bürste nass machen über die Seife reiben. Gemüse einseifen abwaschen, abtrocknen – fertig! Wer sehr besorgt ist, kann alles danach noch einmal zur Desinfektion mit Vodka einsprühen. Wenn ihr euch wundern, wir haben den Vodka genommen, weil es Alkohol sein muss – gegen Zitrone ist das Bakterium immun – aber wir keinen reinen Alkohol verwenden wollten. Vodka hat genug „Umdrehungen“ um zu desinfizieren und und hinterlässt auch keinen Nachgeschmack. Mit dieser Methode bekommen wir natürlich keine Salate wie z.B. normalen Kopfsalat oder Lollo Rosso wirklich sauber und verzichten dann darauf.

Auch in der Küche auf Hygiene achten

Natürlich ist der der Weg bis in die Küche nicht die einzige Quelle wo euer Gemüse verunreinigen kann. Die meisten werden es wissen, aber wir erwähnen es trotzdem noch einmal was wir darüber hinaus noch für Vorkehrungen treffen. Insbesondere für Haushalte in denen der eine oder andere gern mal ein Stück Fleisch isst, sind diese Tipps besonders wichtig:

1. Gemüse und Fleisch auf separaten Brettchen mit separatem Messer schneiden.
2. Abtropfwasser von Fleisch entweder nicht in die Spüle kippen oder hinterher mit z.B. Chlor reinigen – besonders, wenn ihr per Hand spült.
3. Putzlappen regelmäßig in der Mikrowelle erhitzen, das tötet Keime wunderbar ab (vorher das Tuch nass machen)
4. Hand- und Trockentücher mindestens alle 2 Tage tauschen.
5. Na klar! Hände waschen vor der Zubereitung nicht vergessen und für Fleisch grundsätzlich Einweghandschuhe benutzen.
6. Brettchen regelmäßig mit Spülmittel oder Seife reinigen und danach gut trocknen lassen. Wir geben unsere Holzbrettchen regelmäßig in die Spülmaschine. Das hat allerdings einen öfteren Austausch der Brettchen zur Folge, denn Holz mag eigentlich keine Spülmaschine.
7. Den Kühlschrank regelmäßig mit Alkohol desinfizieren.

Wir bleiben dabei

Wie oben schon gesagt bleiben wir bei diesen Vorkehrungen obwohl EHEC scheinbar Geschichte ist. Nachdem wir gesehen haben, was für ein Dreck so von einer Gurke oder Tomate kommt, haben wir entschieden, dass es sicher nicht schadet wenn wir den nicht mitessen. Natürlich haben wir auch den Test gemacht und vorher unser Gemüse ganz normal gewaschen und obwohl es sauber schien, kam dann mit der Seife noch einmal richtig was runter.

Garantien gibt Dir keiner …..

Natürlich sind all diese Vorkehrungen keine Garantie, aber wir haben damit ein gutes Gefühl und werden wohl auch bei der nächsten EHEC-Panik weiterhin unsere Rohkost genießen können. Wenn ihr noch weitere Tipps und Erfahrungen habt, würden wir uns freuen wenn ihr sie mit uns teilt.

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